Der kommende Tag bringt SAUGSCHMERLE (34) auf den Plan. Bis gestern war er noch der aktuelle Lebensgefährte von Jenny. Ein Geschäftemacher auf dem Kiez. Er tickt mit allem. Von Handys über Autos, bis hin zu Drogen. Es ist immer flüssig. Aber er ist ein Schwächling, geprägt von der Angst vor körperlicher Gewalt. Saugschmerle ist Jenny verfallen und erträgt jede Erniedrigung, wenn sie dafür bei ihm bleibt. Er erfährt, dass Jenny bei Ralf ist und sucht sie dort auf, bietet Ralf sogar Geld, wenn er Jenny gehen lässt. Er wird sein Geld los, wird geschlagen und muss ohne Jenny abtreten.

 

Jenny spürt, dass sie Ralf noch nicht besiegt hat und bietet ihm an, dass sie für ihn anschaffen geht. Ralf kennt das Geschäft, hat er doch schon jahrelang für die Zuhälter rund um den Kiezboss ROCKY (62) gearbeitet. Jenny wird seine erste eigene Partie. In den folgenden Wochen entsteht ein Kleinkrieg zwischen Ralf und Jenny: Wer ist der Stärkere, wer ist die Klügere, wer gibt den Ton an, wer bestimmt wo es lang geht. Der nicht entschiedene Kampf schweißt sie zusammen, ihr gemeinsamer Sex macht sie süchtig, ihr Leben treibt sie von einem Extrem ins andere.

 

Doch dann haben sie ein gemeinsames Ziel. Jenny will einen Platz vor der Bar „Orchidee“. Dort stehen die „Huren De Luxe“. Wer dort anschafft, gehört dazu. Und Ralf hätte es so endlich in den engeren Kreis um Rocky geschafft. Als er bei Rocky, dem die Orchidee gehört, anfragt, muss er erfahren, dass so ein Platz auch für gute Bekannte 12.000 Euro kostet. Ralf muss den Spott von Jenny ertragen, bei der er sich als Freund von Rocky erklärt hat. Aber der Kiez hat eben seine Gesetze und Rocky weiß genug über Jenny. Er hält sie für eine Unruhestifterin und zweifelt, ob sie gut genug für die Orchidee ist. Aber Ralf lässt nicht locker und so erhalten sie eine Chance von Rocky. Wenn Jenny drei Monate im Sauna-Paradies ohne Beschwerden anschafft und Ralf danach 12 Mille bei Rocky legen kann, bekommen sie den Platz. Ralf schlägt ein und steht bei Rocky im Wort.

weiter

© Lothar Berg & Thorsten Wiemer